UHST GmbH
Sanierungserbebnisse Wilhelmi-Deckenplatten

In vielen Schulen und anderen großen Gebäuden wurden in der Zeit bis ca. 1973 PCB-belastete Deckenplatten eingebaut. In dem Farbanstrich der Platten wurden hochchlorierte PCB des Typs Clophen A 50 bis A 60 in hohen Konzentrationen aufgebracht. Diese PCB dunsten von diesen großen Oberflächen ab und belasten die Raumluft. Auch Sekundärbelastungen aller Oberflächen im Raum bauen sich auf.

Bei bisherigen Sanierungen wurden die Deckenplatten immer entfernt und durch neue unbelastete Materialien ersetzt. Die Kosten für die Sanierung von Räumen mit derartigen Deckenplatten belaufen sich nach den bisherigen Erfahrungen auf ca. 200 - 400 € pro Quadratmeter Deckenfläche.

Versuche in der Vergangenheit derartige Platten zu überstreichen führten zu deutlichen Erhöhungen der Ausdünstungen wie die folgende Abbildungen zeigen.

PCB - Konzentration in der Raumluft nach LAGA
vor Sanierung 2.130 ng/m3
PCB - Konzentration in der Raumluft nach LAGA nach Sanierung
mit lösungsmittelfreier Farbe 23.000 ng/m3

Alternativsanierungsmöglichkeiten zum Entfernen gab es somit bisher nicht.

Nach langjährigen Versuchen mit unserem seit 21 Jahren eingesetzten Verfahren PF-2-Combi ist es gelungen, eine Sanierung von Wilhelmidecken ohne deren Ausbau durchzuführen.

Erprobt wurde dieses Verfahren, indem ausgebaute Wilhelmiplatten beschichtet und bei Zimmertemperatur 3,5 Jahre gelagert wurden. In Abständen wurden jeweils die Emissionsraten der Platten ermittelt. Wie die Abbildung zeigt, sinken auch nach dieser Zeit die Emissionen weiter und erreichen heute Emissionsminderungen von ca. 99 % gegenüber der unbeschichteten Originalplatte.

Zur weiteren Erprobung dieses Verfahrens wurde in Räumen einer süddeutschen Universität die Decken eines Labortraktes einer Sanierung unterzogen. Luftuntersuchungen in dem Probesanierungsraum und dem Referenzraum vor und nach der Sanierung zeigt folgende Abbildung:

Die Untersuchungen auf die Sekundäremissionen aus allen Oberflächen des Raumes erfolgten mit speziellen Passivsammlern. Mit der Fläche der Passivsammler, der Fläche der Materialien im Raum, der Dauer der Passivsammlung und dem Raumvolumen lassen sich die Anteile der einzelnen sekundärbelasteten Oberflächen an den verbleibenden PCB-Raumluftgehalten ermitteln. Den Anteil der verschiedenen Oberflächen an den verbleibenden PCB-Restemissionen im sanierten Raum zeigt folgendes Diagramm:

Die Grafik zeigt, dass von den verbleibenden Restemissionen lediglich 6,5 % von den beschichteten Wilhelmiplatten herrühren. Dies entspricht 44 ng PCB/m3 Raumluft.

Nach den vorliegenden Ergebnissen mit beschichteten Wilhelmi-Deckenplatten über einen Untersuchungszeitraum von 3,5 Jahren und mit den Ergebnissen aus der Probesanierung ist die Entwicklung des Verfahrens abgeschlossen.

Mit diesem Verfahren haben wir nun ein System, welches PCB-Sanierungen belasteter Deckenplatten preisgünstig und schnell durchführbar macht.

Bei hohen Belastungen der Raumluft vor der Sanierung sind jedoch Sekundärbelastungen an Wänden, Fußboden und Einrichtungsgegenständen zu berücksichtigen.